Persönlicher Brief Persönlicher Brief an künftige Bauherrinnen und Bauherren

Liebe Bauherrin,
lieber Bauherr,

seit nunmehr 50 Jahren beschäftige ich mich mit dem Bauen.
Lassen Sie mich einige wichtige Ratschläge an Sie weiter geben:

1. Lassen Sie sich Zeit bei der Vorbereitung

  • Ausstellungen ansehen. Bauzeitschrifen und Bücher von gelungenen Objekten sichten. In Wohngebieten Häuser anschauen – nehmen Sie sich Zeit.

2. Verwirklichen Sie Ihren Traum.

  • Schreiben Sie sich alles auf, was Sie sich von Ihrem künftigen Haus erträumen.
  • Planen Sie zunächst das Optimum, in dem Sie sich rundherum glücklich und wohlfühlen würden. Abstriche können Sie immer noch machen.
  • Oftmals ist der eine oder andere Traum ohne Mehraufwand zu verwirklichen.
  • Komponieren Sie Ihr Haus in das Grundstück. Beides zusammen sollte eine Einheit bilden.
  • Verwirklichen Sie die Architektur, die Sie schön finden. Jede Architekturrichtung hat ihren eigenen Reiz, wenn sie gekonnt umgesetzt wird.

3. Berücksichtigen Sie verstärkt Gesundheit und Wohlbefinden.

  • Denken Sie daran, dass überall, wo Sie sich gerne aufhalten, auch Tageslicht sein sollte. Die heutigen Fenstergläser können großzügig eingesetzt werden.
  • Tageslicht ist zur Gesunderhaltung notwendig, produziert u.a. das „Gute-Laune-Hormon“ Serotonin, das auch für das Immunsystem so wichtig ist.
  • Legen Sie großen Wert auf die so ausführlich dargestellte Luftdichtheit und Wärmebrückenfreiheit. In einem zugigen Haus fühlt man sich nicht wohl und rheumatische Krankheiten sind vorprogrammiert.
Gemischte Varianten beim isorast-Passivhaus in Taunusstein.

4. Denken Sie besonders an den Schlafraum.

  • Hier werden Sie etwa ein Drittel Ihres restlichen Lebens verbringen. Achten Sie daher bei der Ausstattung dieses Raumes ganz besonders auf die Gesundheit.
  • Achten Sie darauf, dass die stromführenden Leitungen mindestens 75 cm von Ihrer Bett-Kopfstelle entfernt sein sollten.
  • Achten Sie darauf, dass Sie eine Freischaltung einbauen: Wenn das letzte Licht im Schlafraum gelöscht worden ist, werden automatisch alle stromführenden Leitungen stromlos geschaltet.
  • Keine lösungsmittelhaltigen Wandfarben verwenden. Prüfungen für Allergiefreiheit verlangen.
  • Bedenken Sie, dass Sie rd. 30 ccm Frischluft in der Stunde zur Ihrer langfristigen Gesunderhaltung brauchen. Wenn Sie ein Fenster auf Kipp stellen, reicht das i.d.R. nicht. Gegenüberliegende Fenster sollten zur Querlüftung geöffnet sein.
  • Ideal ist natürlich die Lüftungsanlage im Passivhaus, die diesen Frischluftbedarf sicherstellt. Dann darauf achten, dass ein guter Schalldämpfer eingebaut wird, so dass sie das Lüftergeräusch auch nicht hören.
  • Der Schlafraum muss total zu verdunkeln sein. Bereits beim Schein einer Straßenlaterne wird das Langlebigkeitshormon „Melatonin“ nicht oder nur eingeschränkt gebildet. Alu-Rollläden eignen sich gut, die auch bei Sturm nicht klappern. Auch ein Verdunkelungsrolle erfüllt den Zweck.

5. Legen Sie besonderen Wert auf die Farben von Fassade und Dach

  • Bei der Ansicht eines Gebäudes dominiert die Fassade. Die richtige Fassadenfarbe wir mitentscheiden, welche Ausstrahlung das Gebäude hat.
  • Eine Farbe braucht Mühewaltung. Man sollte selbst mischen und sie in der Größe eines Quadratmeters an die Wand pinseln.
  • Dort dann auf sich wirken lassen, auch bei verschiedenen Tageszeiten und Wetterlagen.

6. Denken Sie auch an die Anderen

  • Ein Haus kann außergewöhnlich sein, sollte aber trotzdem mit dem Umfeld harmonieren.
  • Berücksichtigen Sie die Umwelt. Denken Sie daran, dass all das, was Sie heute für die Umwelt tun, Ihnen oder Ihren Nachkommen mehrfach zugute kommt.

 

Und nun viel Erfolg bei der Verwirklichung Ihrer Bauträume!

Ihr
Manfred Bruer